Das Aussehen der Außerirdischen

Die anatomische Entwicklung außerirdischer Intelligenzen

Ein Report von Walter Hain

September 2009

Wie sehen Außerirdische wirklich aus? Sind sie menschenähnlich? Sehen sie aus wie wir? Sind es kleine, zwergenhafte, scheue Wesen mit großen Augen und großen Köpfen; die „kleinen Grauen“, aus der UFO-Literatur? Oder sind es Kreaturen, Horrorwesen, entsprungen kühnster Phantasien aus Mythen und Märchen? Sind es die Außerirdischen aus den Sciencefiction-Romanen und Sciencefiction-Filmen? Oder sind es die biomechanischen Alien-Wesen des Schweizer Künstlers H. G. Giger?

Furchterregend!

Lustig!

  Oder sehen sie so aus?

Seit Jahrtausenden gibt es viele Vorstellungen in den Köpfen der Menschen von Wesen aus dem Weltraum oder einfach aus himmlischen Sphären. Es gibt aber auch durchaus ernstzunehmende Vorstellungen aus der uns bekannten Evolutionsgeschichte der Lebewesen auf unserer Erde. Biologen, Ethnologen, Anthropologen, Verhaltensforscher und Psychologen haben sich schon Gedanken gemacht, wie Außerirdische aussehen könnten.

Schon in den 1970er Jahren machten sich der Psychiater David Jonas und seine Frau Doris, die Anthropologin ist, Gedanken darüber, wie außerirdische Wesen auf fernen Planeten aussehen könnten. Im ihrem 1977 veröffentlichten Buch mit dem schlichten Titel „Die Außerirdischen“, versuchen sie, aufgrund bestimmter Bedingungen auf anderen Planeten, das Aussehen von höher entwickeltem Lebewesen zu ergründen.

„Eines ist sicher“ meinen die beiden Forscher: „Kein Grund spricht dafür, dass die Evolution auf anderen Planeten Lebensformen oder Intelligenzen hervorbringt, die den unsrigen gleichen, obwohl das Grundmaterial dem unseren ähneln muss. Wie auch immer die Zufälle bei der Bildung irgendeiner Lebensform spielen mögen, für die Herausbildung fortgeschrittener Formen muss noch unendlich viel mehr ins Spiel kommen.

Genetische Vererbung, Partnerwahl, natürliche und sexuelle Auslese unter den Nachkommen – all diese Umstände bewirken, dass Lebewesen der gleichen Spezies (der gleichen biologischen Art) so verschieden voneinander sind wie ein Pygmäe, ein Watusi, ein Schwede, ein Chinese oder ein Melanesier, um schließlich zu ganz neuen Arten zu führen, wie wir es bei Mensch und Affen kennen, die getrennte Entwicklungslinien vom gleichen Stammbaum darstellen.“

Und weiter meinen David und Doris Jonas: „ Auf einem warmen feuchten, von dichten Wolkendecken umhüllten düsteren Planeten, könnten die „Olfaktoren“ leben, das sind Lebewesen, die ihren Geruchssinn extrem ausgebildet haben. „Sie stellen sich als ungefährlich heraus und zumindest äußerlich sind sie nicht sehr verschieden von uns. Als erstes fallen uns ihre sehr langen Nasen auf. Ansonsten haben sie wie wir vier Gliedmaßen, zwei zum Stehen und Fortbewegen und zwei zum Halten und Hantieren.“

Auf einem grünlichen Planeten, der eine besonders üppige Vegetation hervorgebracht hat der um ein Doppelsternsystem kreist, auf dem daher fortdauernd Tageslicht herrscht, leben – nach D. und D. Jonas -  die „Apistarianer“. Sie „sind von gleicher Größe wie wir, doch ihre Gesichtszüge erinnern an Nagetiere, an ihre verwandten Vorfahren im Tierreich wie bei uns die Affen. Auffallend sind ihre merkwürdigen Augen, es sind Facettenaugen mit Tausenden von kleinen Linsen. Jede empfängt Licht aus einer anderen Richtung und es ähnelt dem Anblick eines hundertfach vergrößerten Fliegenauges in einem Biologiebuch. Sie besitzen auch noch einen Schwanz, der ihnen in ihrer Entwicklung sehr nützlich war und nicht degenerierte.“

Auf einem sehr dunklen Planeten, weit entfernt von der Zentralsonne, der die für etwaige Lebewesen nötige Wärme aus sich selbst entwickelt, könnten – entsprechend unserem Planeten Pluto – vielleicht die „Plutonianer“ leben. Diese Lebewesen „bedienen sich hauptsächlich elektrischer Sinnesorgane, die in kanalähnlichen Vertiefungen um ihren Körper herum enthalten sind. Sie haben kleine und unbedeutende Gesichter und die Nase ist für die Wahrnehmung von Wärme ausgebildet und nur in rudimentärer Form vorhanden und für Gerüche weniger empfindlich. Die Augen werden sicher klein sein. Der Kopf andererseits dürfte gewölbt und groß sein. Damit die elektrische Information sinnvoll verarbeitet werden kann, muss das Gehirn mindestens so groß sein wie unser eigenes. Hohe Intelligenzen ist das Produkt eines komplexen Gehirns, und in einem sehr kleinen Gehirn lassen sich nicht genügend viele Neutronenverbindungen unterbringen, die allein erst unsere Art von Intelligenz bewirken“.

Auf einem Planeten, der vorwiegend mit Wasser bedeckt ist und nur die höchsten Bergspitzen aus dem Wasser ragen, könnten die „Hydronianer“ beheimatet sein. Diese Lebewesen „könnten sehr wohl Körper haben, die denen unserer Meerjungfrauen ähneln, mit einem Rumpf, dessen hinterer Teil fürs Schwimmen stromlinienförmig ausgebildet ist, jedoch vorne mit einem Kopf mit Armen und Händen. Solche Wesen existieren in der Vorstellung unserer Seeleute seit uralten Tagen, und vielleicht gibt es sie tatsächlich irgendwo im Kosmos, auf einem anderen Planeten. Unser eigener Planet hat viele Arten von Meeressäugetieren hervorgebracht – die Wale und Delphine, die Walrosse und die Seehunde, die Seelöwen und die Ottern -, und es ist durchaus möglich, dass sich ähnliche Wesen auch anderswo entwickelt haben“.

Weiters schreiben D. und D. Jonas: „Die meisten Autoren achten bei der Beschreibung fremder Welten nur darauf, dass diese Welten im Rahmen des technologisch Möglichen liegen. Wenn sie über fremde intelligente Lebensformen spekulieren, dann sind das entweder mechanische Superroboter oder Lebensformen, die reiner Kindheitsphantasie entspringen. In allen uns bekannten Sciencefiction-Werken haben wir niemals eine erdachte Form intelligenten Lebens finden können, die unter Beachtung der für das Leben wesentlichen Prozessen auch nur entfernt möglich wäre.“

Im Jahr 2005 hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern aus England und Amerika mit der Frage beschäftigt: „Wie sehen außerirdische Wesen aus“. Sie postulierten unter anderem einen hypothetischen Planeten den sie „Aurelia“ nennen und der um einen Stern der M-Klasse kreist, der zu etwa drei Viertel aller Sterne in unserer Milchstraße zählt. Im Gegensatz zu unserer Sonne, die zur G-Klasse gehört  und zu etwa achtzig Prozent der Sterne in unserer Milchstraße zählt und deren Oberflächentemperatur bei 5770 Grad Celsius beträgt, hat der Stern von Aurelia eine Oberflächentemperatur von nur etwa 3000 Grad Celsius. Trotzdem meinen die Wissenschaftler kann es auf diesem Planeten Leben geben. Wenn er in einer habitablen Zone (Lebenstoleranzzone) um seine Sonne kreist könnte er auf einer Seite fast völlig von Eis bedeckt sein, während es auf seiner anderen Seite sehr heiß sein kann. Dazwischen – in der gemäßigten Zone – könnte durchaus auch Leben existieren, auch wenn der Planet eine Seite ständig seinem Stern zuwendet. Solange der Planet geologisch aktiv ist und seine Luft Treibhausgase produziert gibt es keinen Grund, dass sich dort nicht eine Atmosphäre gebildet haben könnte, die lange genug bestehen kann, sodass dort Lebewesen existieren können, meinen die Wissenschaftler.

Aus dieser Vorstellung heraus entwickelten Grafiker und Computerexperten Animationen von der Welt und den Lebewesen dieses Planeten, die in einer Dokumentation auch im deutschen Fernsehen im November 2005 gezeigt wurde. Dazu gab es auch eine Ausstellung im Science Museum in London. Die Wissenschaftler entwickelten ganz exotische Lebewesen, um auch von den Formen der irdischen Lebewesen etwas wegzukommen – um einfach etwas weiter zu denken. Und so entwickelten sie die „Mudpods“ (übersetzt „Schlammbohrer“).


Ein "Mudpod" (Quelle: MCU).

Die Mudpods sind Lebewesen, die in enger ökologischer Beziehung mit anderen Lebewesen leben. Es sind possierliches Tierchen, die an Baumstämmen nagen, Dämme errichten, in unterirdischen Räumen hausen und sechs Beine haben, also entfernt ähnlich unseren Bibern. Die "Mudpods schieben Erdreich umher", erklärt Jim Usherwood, Biomechaniker vom Royal Vetinary College in London und Mitglied der Forschergruppe, "und sechsbeinige Tiere können beim Schieben vier Gliedmaßen am Boden lassen, schieben also viel effektiver als vierbeinige."

Auf Aurelia leben auch die „Stachelfächer“ („Stinger fans“). Das sind baumartige Wesen mit einer Höhe von zehn Metern.  „Sie leben vom Licht“, erklärt Usherwood, „doch wenn etwas ihnen das Licht blockiert, dann wachsen sie nicht wie unserer Bäume, sondern sie kriechen etwas zur Seite“. So etwa verhalten sich auch unsere Seelilien am Meeresboden.

 

 

Die Mudpods haben auch Feinde, die so genannten „Gulphogs“ (übersetzt „Schluckschweine“). Diese haben wie die Mudpods zwei Augen. "Augen haben sich auf der Erde mindestens siebenmal unabhängig voneinander entwickelt" sagt Simon Conway Morris von der Cambridge University, "und ich wäre doch äußerst erstaunt, wenn sie sich auf Aurelia nicht entwickeln würden." Diesem Phänomen der "konvergenten Evolution" verdankt auch der Gulphog seine Ähnlichkeit mit einem großen Laufvogel oder einem räuberischen Dinosaurier. "Sein langer Hals erlaubt es ihm, die Augen mit nur einem Teil seines Körpers zu bewegen", erklärt Jim Usherwood. "Ein großer Magen hingegen ist nahe am Schwerpunkt am besten aufgehoben, in der Nähe der Beine. Die wiederum sollten bei Tieren, die sich schnell bewegen, lang und leicht sein." Hier kann man nicht von Phantasielosigkeit sprechen, denn die Natur selbst lässt nicht so viele Möglichkeiten zu. "Wie viele Möglichkeiten gibt es, zu laufen, wie viele, zu schwimmen? Überraschend wenige", sagt Conway Morris. "Das ist der Grund, warum die Tiere auf unserem Planeten immer wieder auf dieselben Lösungen verfielen. Und wenn es hier so ist, dann auch anderswo."


"Schluckschweine" (Quelle: MCU).


Die Wissenschaftler entwickelten in diesem Projekt auch einen „blauen Mond“. Der „blaue Mond“ dreht sich einmal in zehn Tagen um einen saturnähnlichen Gasplaneten und er hat eine Atmosphäre, deren Druck dreimal so hoch ist wie auf der Erde und die wesentlich mehr Sauerstoff und Kohlendioxyd enthält. Dieser Umstand sorgte für tropische Verhältnisse auf diesem Planeten. Der „blaue Mond“ umkreist mit mehreren Planeten in weitem Abstand zwei Zwillingssterne. Der hohe Sauerstoffanteil und der hohe Luftdruck auf diesem „Mond“ ermöglichen unglaubliche Bedingungen für Lebewesen. "Hier gibt es wundervolle Möglichkeiten zum Fliegen", schwärmt Robert McNeill Alexander, Zoologieprofessor an der Universität Leeds. "In der schweren, dichten Luft können auch große Tiere fliegen, erstaunlich große Tiere." Und so entwickelten die Wissenschaftler den „fliegenden Wal“.

Der „fliegende Wal“ wiegt etwa so viel wie ein Nashorn (Rhinozeros) und er hat eine Flügelspannweite von zehn Metern. Er ist damit größer als der größte Flugsaurier Quetzalcoathus, der jemals auf der Erde gelebt hat. So wie sich die Wale vom Plankton der Meere ernähren, so lebt der fliegende Wal von einzelligen Algen, Samen und Sprossen, die in die Atmosphäre aufsteigen.

Auf dem „blauen Mond“ wären auch „Ballonpflanzen“ vorstellbar, die von wasserstoffgefüllten Blasen emporgehalten werden und die bei den angesichts des hohen Gehalts an Sauerstoff häufigen Waldbränden wie Bomben explodieren und dabei Samen ausstoßen und verteilen. Dort leben auch die „Stalker“

Das komplexeste Sozialgefüge auf der Modellwelt des "blauen Mondes" haben die Forscher nach dem Vorbild sozialer Insekten entworfen: Die "Stalker", adlergroße Flugwesen, die von der gemeinschaftlichen Jagd auf Luftwale leben, haben wie Ameisen oder Bienen eine Königin sowie Kasten von Arbeiter- oder Kundschaftertieren. "Jedes dieser Tiere hat nur ein kleines Gehirn" sagt Nigel R. Franks von der University of Bristol, "daher lösen die Stalker Probleme nicht dadurch, dass sie darüber nachdenken, sondern indem viele Individuen alles Mögliche ausprobieren. Auf anderen Planeten haben sich die dominanten Organismen vielleicht vollkommen in diese Richtung entwickelt - und damit die Entwicklung einer eher individualistischen Form der Intelligenz gerade unterdrückt." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2005, Nr. 42 / Seite 75).

Das alles jedoch unter der Vorraussetzung, dass ein Planet in einer Zone um einen Stern kreist die Leben ermöglicht und dass es auf diesem Planeten genügend Wasser gibt und dass dieses Leben auf Kohlenstoffbasis aufbaut. Tatsächlich ist das die einzige aber wahrscheinlich auch universelle Möglichkeit die Leben entstehen lässt. „Auch wenn das Sciencefiction-Fans zuweilen bezweifeln: Eine andere Basis kann es nicht geben“, meint Seth Shostak vom SETI-Institut in Kalifornien.  "Das ist kein Mangel an Vorstellungskraft" "das ist eine Anwendung der physikalischen und chemischen Gesetze, die wir kennen, auf Welten, die wir nicht kennen."

Wenn sich Wissenschaftler Gedanken machen über außerirdisches Leben, kommen sie meistens zu solchen Schlussfolgerungen oder sie denken lediglich an einfache mehrzellige Lebensformen, ob diese Sauerstoff atmen oder nicht, ob diese im Wasser leben oder nicht oder in einer gasförmigen Atmosphäre um eine Planeten. Natürlich, auch das ist spannend und der Überlegung Wert. Wenn wir eine Mikrobe auf dem Mars entdecken würden, wäre das natürlich auch eine kleine Sensation. Aber wenn wir nach Außerirdischen suchen, die eine technische Hochkultur entwickelt haben und die vielleicht Raumfahrt betreiben, dann müssen wir nach anderen Lebensformen suchen. Vor allem müssen wir uns fragen, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat. Denn hier gibt es Lebewesen, die zumindest einfache Raumfahrt betreiben - uns Menschen.

Der französische Zoologe Chevalier de Lamarck schrieb bereits während der französischen Revolution 1789 an seine Mitmenschen: „Bürger beginnt bei dem Einfachsten und fahrt fort bis zum Vielfältigsten, dann werdet Ihr den richtigen Faden finden, der alles verbindet, was die Natur hervorgebracht hat. Ihr werdet eine genaue Vorstellung ihrer Entwicklung erhalten. Ihr werdet überzeugt sein, dass die einfachsten Lebewesen alle anderen hervorgebracht haben.“

Und so ist es auch! Die ersten Einzeller bildeten Gruppen und schlossen sich zu Mehrzellern zusammen, daraus entstanden erste Sauerstoff atmende Lebewesen, wirbellose Tiere und später die Wirbeltiere.  Kleine Amphibien eroberten das Land und entwickelten sich zu Reptilien und Insekten. Darauf folgten die Dinosaurier und die Vögel. Als die Riesenechsen ausstarben entwickelten sich die Säugetiere weiter bis hin zu den frühesten Primaten. Affen und Menschenaffen tauchten auf und die ersten Hominiden. Das alles im Zeitraum von vier Milliarden Jahren.

In Indien und Afrika tauchte vor etwa 10 Millionen Jahren Ramapithecus auf, der erste Primat mit menschenähnlichen Zügen. Vor 2 bis 5 Millionen Jahren kam in Afrika Australopithecus ans Tageslicht der beginnenden Menschwerdung. Vor etwa 2 Millionen Jahren trat Homo erectus in Ostindien und Afrika in Erscheinung, später folgten vor etwa 100.000 Jahren der Neandertaler und vor ungefähr 30.000 Jahren der Cro-Magnon-Mensch, der dem heutigen Menschen weitgehend entspricht, der sich aber in seiner Entwicklung noch verbessern konnte bis hin zum Homo sapiens, dem angeblich mit Verstand ausgerüsteten Menschen von heute. Homo erectus war der direkte Nachkomme von Australopithecus, der als Bindeglied zwischen Menschenaffen und Menschen angesehen wird. D.e.M.S.9

Homo erectus stand mit geradem Rücken und ging mit federnden Schritten. Er war ungefähr 1,60 Meter groß und verdankte seine stattliche Statur und seinen Gang mehreren Entwicklungsschritten in der Anatomie von Becken und Füße.  Diese Veränderungen waren bei Australopithecus zwar schon angelegt, aber beim Homo erectus kamen sie der letzten Ausformung bereits recht nahe. Das Becken von Homo erectus war runder geformt, so dass die Gelenkpfanne, die den Oberschenkelknochen mit dem Hüftbein verbindet, weiter innen lag als bei Australopithecus. Durch diese Verlagerung hatte Homo erectus eine geradere Haltung als Australopithecus, der leicht gebeugt ging und stand. Außerdem hatte der Fuß von Homo erectus, der nun gewölbt war, um das ganze Körpergewicht tragen zu können, ganz und gar die Fähigkeit verloren, so zuzupacken, wie Affenfüße es können. Als Folge dieser Veränderungen war Homo erectus der erste Primat, der ohne Anstrengung lange Zeit aufrecht gehen konnte.“ Die ersten Menschen, S.10. Daher auch sein Name Homo erectus, aufrecht gehender Mensch.

 

Der aufrechte Gang des Homo sapiens.

Wenn sich die Primaten in ihrer Fortbewegung nicht aufgerichtet hätten, wenn sie weiterhin wie etwa die Schimpansen mehr oder weniger auf allen vier Gliedmaßen gelaufen wären, wäre es zu keiner menschlichen Zivilisation gekommen. Der aufrechte Gang führte zu einer besseren Wahrnehmung der Umgebung, des unmittelbaren Lebensraumes und damit zu einer Verbesserung der Nahrungsbeschaffung und der Verbesserung des gesamten Lebensbereiches.  Es führte zu Gruppenbildungen, zu sozialen Strukturen, zur Entwicklung von Dorfgemeinschaften und zu größeren Lebenschancen für den Einzelnen. Außerirdische Intelligenzen  müssten auch diese Entwicklung durchgemacht haben, weil das ein wichtiger Schritt ist zu einer Zivilisation, und weil erst dadurch technologische Fortschritte gemacht werden können.

Ein weiteres bedeutendes Merkmal am Körperbau von raumfahrenden Lebewesen müssten zwei Arme mit Händen sein, wobei die Hände jeweils vier Finger und einen Daumen haben müssten. Ein Arm wäre zu wenig, vier und mehr Arme zu viel. Drei Finger (mit Daumen) wären zu wenig, sechs und mehr Finger zu viel. Die Entwicklung der menschlichen Arme und der Hände reicht bis in die Zeit der Reptilien zurück, vor 400 Millionen Jahren. Handtier

 

Die menschliche Hand


„Die Hand von Homo erectus war offensichtlich dem komplizierteren ‚Feingriff’ angepasst, bei dem Daumen und übrige Finger von gegenüberliegenden Seiten Druck ausüben und so eine Nadel halten oder einen Speer werfen können. Zweifellos konnte auch Australopithecus schon eine Version dieses Griffs ausführen, aber weil seine Finger dick waren und sein Daumen relativ kurz, konnte er ihn nicht so erfolgreich wie Homo erectus anwenden, der dünnere und geradere Finger und einen beweglichen, dem des Menschen ähnlichen Daumen besessen haben muss. Es ist anzunehmen, dass die Geschicklichkeit seiner Hand beträchtlich war.“ D.e.M.10. Wer sich einmal den Daumen verletzt hat, und diesen dann nicht ausreichend bewegen konnte, weiß wie wichtig dieser zum Greifen von Gegenständen ist.

Auch die Füße des Menschen haben eine lange Entwicklung durchgemacht wobei sich fünf Zehen als optimal herausgestellt haben. Die Füße befinden sich an zwei Beinen, die ausreichend sind zum schnellern aufrechten Gehen. Zwei Beine haben sich daher ebenfalls als otimal im Laufe der Evolution herausgestellt. Ein Bein wäre zu wenig, mehrere Beine hinderlich. Raumreisende, höher entwickelte Außerirdische müssten demnach ebenfalls zwei Arme mit Händen und zwei Beine mit Füßen haben. Genau wie beim Menschen.

Die menschlichen Füße.

 

Die Augen des Menschen.


Zur Entwicklung einer höheren technischen Zivilisation sind komplizierte optische Sinnesorgane, wie das menschliche Auge, erforderlich. Die Entwicklung unserer Augen war wahrscheinlich der wichtigste Schritt den die menschliche Evolution gemacht hat. Ohne unsere Augen wären wir praktisch hilflos. Wir würden nicht Tag und Nacht erkennen und auch nicht die Gefahren und Vorzüge unserer Umgebung. Wir würden uns herumtasten und wären eine leichte Beute für andere Lebewesen. Doch selbst ein geringes Sehvermögen würde uns in unserer Entwicklung nicht viel weitergeholfen haben. Die meisten Tierarten haben eher rudimentäre Sehorgane entwickelt mit denen sie auch ganz gut zurecht kommen. Für die Entwicklung einer höheren Spezies sind solche Sehorgane aber unzureichend. Sie sind meist so angeordnet, dass nur eindimensionales Sehen oder Sehen nur im Hell-Dunkel-Bereich  möglich ist. Erst die Anordnung der Augen im vorderen Bereich des Kopfes machte dreidimensionales Sehen möglich. Erst dadurch konnten höhere Lebewesen ihre Umgebung deutlich wahrnehmen. Und was dabei ganz wichtig ist, sie konnten die Sonne, den Mond und die Sterne sehen. Für Lebewesen die Raumfahrt betreiben, ist diese Entwicklung unerlässlich, denn sie würden sonst diese Lichter am Himmel in späterer Folge nicht als mögliche Zielpunkte für ihre Unternehmungen erkennen. Raumreisende Außerirdische müssten daher praktisch die gleichen Augen an der gleichen Stelle haben wie wir Menschen.

 

 

Der Rachen als Sprachzentrum.

Eine weiterer bedeutender Schritt in der Anatomie von Lebewesen die Raumfahrt betreiben, ist die Entwicklung hin zu einer Sprache. Ohne eine komplexe Verständigungsmöglichkeit unter den Lebewesen gibt es keine technischen Fortschritte. Die Erbauer von Stonehenge, der Pyramiden, der Tempel, der Burgen, der Schlösser, der Hochhäuser, der Hängebrücken, der Kraftwerke, der Flugzeuge und der Raketen mussten alle eine komplexe Sprache beherrschen, sonst wäre dies alles nicht möglich gewesen. Dazu mussten das menschliche Sprachzentrum, der Rachen und der Kehlkopf einen evolutionären Schritt machen. Eine gleiche Entwicklungsphase müssten auch die Köpfe außerirdischer Lebewesen, die Raumfahrt betreiben, durchgemacht haben. Die Köpfe solcher Lebewesen müssten demnach weitgehend so aussehen wie unsere.

 

Der Rachen dient als gemeinsame Öffnung für die Luftröhre, die zu den Lungen führt, und für die Speiseröhre, die in den Magen geht. Er ist aber auch der Ansatzpunkt für den untersten Teil der Zunge und spielt darüber hinaus eine wesentliche Rolle beim Hervorbringen der Sprache. Er modifiziert die von den Stimmbändern hervorgebrachten Geräusche und gibt ihnen die Form, die ein Zuhörer als Sprache erkennt. Um diese Kontrolle ausüben zu können, bewegen sich die Muskeln der Rachenwände um die Basis der Zunge während des Sprechens ständig und verändern den Umfang des Rachens – dessen größte Weite mindestens zehnmal so groß ist wie die kleinste – fortwährend und präzise. Diese Veränderungen des Umfangs erzeugen eine ähnliche Wirkung auf den Schall wie die Dutzende von Pfeifen einer Orgel mit ihren verschiedenen Längen und Durchmessern, die jede einen bestimmten Ton hervorbringen. Man kann die Bedeutung des Rachens für die Sprache daran erkennen, dass es durchaus möglich ist, auch ohne den Kehlkopf und die Zungenspitze verständlich zu sprechen.“ (D.e.M. S. 106).

„Es gibt eine Vorraussetzung, sowohl körperlicher als auch geistiger Art, die zur gesprochenen Rede notwendig ist und über die Menschenaffen und Affen nicht verfügen. So ist zum Beispiel die Zunge des erwachsenen Menschen dicker als die der Affen und Menschenaffen und biegt sich im rechten Winkel nach hinten in den Hals. Außerdem liegt der menschliche Kehlkopf weiter unten im Hals als der Affenkehlkopf. Das bedeutet, dass der Rachen genannte Teil des Halses, der über dem Kehlkopf liegt, beim Menschen vergleichsweise viel größer ist als bei allen anderen Primaten.“ D.e.M.S.106.

Beim Homo erectus lag der Kehlkopf höher im Hals als beim heutigen Menschen und so konnte er wahrscheinlich nur langsam und schwerfällig sprechen, D.e.M.S.98 aber die Vorrausetzungen für die spätere Entwicklung der Sprache des Homo sapiens waren gegeben.

Das Evolution des Gehirns.


All das möglich macht aber erst ein komplexes Gehirn. Das Gehirnvolumen des Menschen vergrößerte sich über etwa 5 Millionen Jahre hinweg von 400 auf 1000 ccm. In den vergangenen 100.000 Jahren hat es sich nahezu verdoppelt - auf bis zu 2000 ccm.

Der Homo erectus lebte über einen Zeitraum von etwa 1,9 Millionen Jahren und er hat es trotz seiner höheren Intelligenz und seiner besseren Geschicklichkeit gegenüber seinen Vorgängern zu keiner technischen Zivilisation gebracht (Gehirnvolumen 775 – 975 ccm).

„Die Fähigkeit, sich mittels eines breiteren Rufsystems zu verständigen, bedeutete eine ausgesprochene Überlegenheit bei der Nahungssuche oder auf der Jagd. Und dann, als die Vokalisation wuchs, erlaubte die Entwicklung des Gehirns deutlichere Differenzierungen der Rufe, und primitive Wörter nahmen Gestalt an. Gehirn und Sprechapparat beeinflussten sich dabei ständig gegenseitig, wobei Veränderungen des einen Faktors zur Fortentwicklung des anderen führten. Der Erfolg des Gehirns bei der Bildung eines rudimentären Lautcods beeinflusste den Sprechapparat, der seinerseits wiederum zur Vergrößerung der Sprachzentren im Gehirn beitrug und so weiter, bis sich zur Zeit von Homo erectus die Anfangsgründe der Sprache zeigten. An diesem Punkt waren die ersten Menschen so weit, aus ein paar einzelnen Lauten oder Wörtern, die bestimmte Einzelheiten über das Gelände, die Jagd, die Familie und den Wechsel der Jahreszeiten aussagten, einfach Kombinationen zusammenzustellen, die dennoch eine ganze Menge Information enthielten.“ (Die ersten Menschen, 1977, S.111).

 

Die Gehirne von Affen und Menschenaffen sind dem des Menschen ähnlich, aber in einigen Bezirken sind sie weniger entwickelt, und das ist von großer Bedeutung. Der Gyrus angularis ist so viel kleiner, dass kaum Assoziationen zwischen Signalen, die von den Sinnen kommen, hergestellt werden können. Offenbar werden ankommende Signale größtenteils zu einem ganz anderen Teil des Gehirns, dem limbischen System weitergeleitet. Alle Wirbeltiere, auch der Mensch, haben diese evolutiv alte Subregion im Innersten des Gehirns, eine Art Unterwelt neurologische Tätigkeiten. Sie aktiviert unter anderem die physischen Reaktionen, die mit Hunger, Furcht, Wut und Sexualität zu tun haben, und löst außerdem die Gefühle aus, die diese begleiten.“ (Die ersten Menschen, 1977,  S.110).

„Die Vergrößerung des Gehirns hatte freilich eine paradoxe Folgeerscheinung, die eine wesentliche Rolle in der gesellschaftlichen Entwicklung des Menschen spielte: Je größer und komplizierter sein Gehirn wurde, desto hilfloser war er bei der Geburt. Im Vergleich mit anderen Säugetieren, die den Mutterleib fast völlig entwickelt verlassen und gleich auf eigenen Füßen stehen oder sich an ihre Mutter klammern, wirkt der Mensch wie ein viel zu früh geborenes Geschöpf“ (Die ersten Menschen, 1977, S. 124).

Das menschliche Gehirn.

Das war aber eine wichtige Entwicklung, weil dadurch Familienverbände gegründet wurden, die dem Nachwuchs Sicherheit boten. Außerdem waren die Mütter versorgt und die Väter konnten sich um die Nahrungsbeschaffung kümmern. So entstanden die ersten Dörfer und später die Städte.

Unser Körperbau, unsere physische Erscheinung, ist – wie wir gesehen haben – die Folge einer Entwicklung über Jahrmillionen hinweg. Wenn wir nun, mit unserem bestimmten Aussehen, begrenzte Raumfahrt betreiben, was spricht dagegen, dass Außerirdische, die gleiches tun, nicht ebenso aussehen? Eigentlich nichts, denn unser Handeln und Tun in dieser Beziehung, ist die Folge von bestimmten evolutionären Entwicklungen – und bei raumfahrenden Außerirdischen müsste es ebenso sein. Außerirdische, die eine technische Kultur entwickelt haben, sehen nicht aus wie Biester oder Ungeheuer. Sie sehen auch nicht aus wie Reptilien. Ebenso sind es keine kleinen grauen Zwerge mit dürren Körpern und übergroßen Augen. Die UFO-Wesen aus der Literatur sind embryonale Projektionen aus dem Unterbewussten. Sie sind reine Phantasieprodukte.

Wenn wir uns die heutigen Menschen ansehen, dann haben sie weitgehend gleichen Körperbau, Sie unterscheiden sich eher nur in ihrer Größe und ihrer Hautfarbe. Menschen können etwa zwischen 1,20 bis 2,80 Meter groß werden – immer haben sie jedoch einen proportional gleichen Körperbau. Es gibt keine Menschen mit langen Armen bis zu den Zehen und keine mit sehr kurzen Beinen im Verhältnis zum Oberkörper, sowie es auch keine vier- oder vielarmige und vier- oder vielbeinige Menschen gibt. Diese anatomische Gestalt hat sich im Laufe von Jahrmillionen bis Jahrmilliarden als zweckmäßigste Form von höher entwickelten Lebewesen herausgebildet – das muss eigentlich auch für höher entwickelte außerirdische Lebewesen gelten.

 Die Anatomie des Menschen.

Zugegeben, eine Fülle von Zufälligkeiten hat das Leben hier auf der Erde möglich gemacht und erst recht die Entwicklung hin zum Menschen, doch WENN die Bedingungen da sind, dann muss sich das gleiche Szenario auch auf anderen Planeten abgespielt haben. Gerade die neuesten Entdeckungen von fernen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit zu einer Entwicklung von höheren Lebensformen größer ist als bisher angenommen. Außerirdische Lebewesen jedoch, die Raumfahrt betreiben, müssen zwangsläufig aussehen wie wir Menschen.

Quellen:

 

"Die ersten Menschen", Rowohlt-tb, Hamburg 1977.

 

"Schluckschweine im Weltall": 25. Oktober 2005.

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